Beeindruckende Präsentation zur Vogelwelt in der Marktgemeinde Hürm
Am 23. Oktober 2025 fand im Gemeindesaal ein Vortrag von Thomas Hochebner, Mitglied der Forschungsgemeinschaft LANIUS, zum Thema „Blaukehlchen und Steinkauz – bedrohte Vogelwelt in der Marktgemeinde Hürm“ statt. In eineinhalb Stunden zeigte er unsere unmittelbare Umgebung aus einer völlig neuen Perspektive. Die eindrucksvollen Fotos gefährdeter Vogelarten, die in Hürm eine Heimat gefunden haben, begeisterten das Publikum. Genannt seien etwa das weißsternige Blaukehlchen und der Steinkauz sowie Rebhuhn (ebenfalls gefährdet), Rotmilan, Girlitz und Kiebitz.
Seit vielen Jahren wird unsere Region wissenschaftlich beobachtet. Die präsentierten Zahlen verdeutlichen die österreichweite Bedeutung des kleinen Ortes: 2023 wurden in Hürm 5–10 Brutpaare des weißsternigen Blaukehlchens gezählt – rund 5 % des gesamten österreichischen Bestandes. Bei einer exakten Kartierung 2017/18 wurden sogar 14 Reviere festgestellt. Entlang des Hürmbachs konnten insgesamt 49 Vogelarten erfasst werden. Zu den schilfbewohnenden Arten gehören Rohrweihe, Sumpfrohrsänger, Rohrammer, Teichrohrsänger und Drosselrohrsänger.
Auch zum Steinkauz präsentierte Thomas Hochebner beeindruckende Daten und Aufnahmen: Um 1995 entdeckte Erhard Kraus 15 neue Steinkauzreviere im Raum Hürm/Obergrafendorf. Seit 2019 gibt es ein neues Steinkauz-Patenprojekt, in dessen Rahmen Nistkästen in ganz Niederösterreich betreut werden. In unserer Region zwischen St. Leonhard – Mank – Kilb – Bischofstetten – Hürm betreut Thomas Hochebner 84 Nistkästen. In 12 davon wurden Brutpaare festgestellt, davon allein 7 in Hürm. Diese 7 Paare brachten insgesamt 17 Jungvögel hervor – das entspricht 3,5 % des österreichischen Bestandes, allein im Gemeindegebiet Hürm.
Einmal mehr wurde deutlich, wie wichtig eine vielfältige Kulturlandschaft ist. Jede Vogelart benötigt andere Lebensräume, und je abwechslungsreicher die Umgebung, desto mehr Arten finden geeignete Bedingungen: Wald, Wiesen in Brache und gemäht, Felder geerntet und bewachsen, Sträucher, Bäume, Schilf und Wasser. Vielfalt bringt Artenreichtum. Der Abend machte erneut bewusst, auf welch wertvollem Boden wir leben und wie entscheidend der Einsatz für Natur und Biodiversität ist.
Einen wichtigen Beitrag zum regionalen Naturschutz leistet die Forschungsgruppe LANIUS – ein parteipolitisch unabhängiger, gemeinnütziger Verein, der seit 1989 im Mostviertel, der Wachau und im südlichen Waldviertel tätig ist, rund 300 Mitglieder zählt und 50 Hektar Eigentumsflächen besitzt, um einzigartige Lebensräume dauerhaft zu sichern.
Wir danken Thomas Hochebner für diesen informativen und anregenden Abend!
