Gewalt erkennen und reagieren

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Information zu "Gewalt erkennen und reagieren"


Häusliche Gewalt beginnt oft leise – mit Kontrolle und Manipulation. Die Gewalt ausübende Person geht systematisch vor, um Macht über das Opfer zu gewinnen. Es sind nicht die blauen Flecken, die zuerst da sind, sondern Worte, Drohungen, Verbote. Wenn der eigene Partner bestimmt, wen Sie sehen dürfen, was Sie tun sollen, ist das keine Liebe. Es ist Gewalt. Doch das zu erkennen, ist schwer. Gefühle, Hoffnungen und finanzielle Abhängigkeit spielen eine Rolle. Wenn Ihr Zuhause kein sicherer Ort mehr ist, sind Sie nicht allein. In Niederösterreich gibt es Unterstützung. Menschen hören zu, helfen und begleiten Sie auf Ihrem Weg in ein gewaltfreies Leben.


Das internationale Hilfezeichen

Verwenden Sie dieses Handzeichen, wenn Sie sich in einer gefährlichen Situation befinden und diskret um Hilfe von Mitmenschen bitten möchten, ohne den Täter zu alarmieren.
Internationales Handzeichen

1. Schritt:
Offene Handfläche zeigen

Internationales Handzeichen

2. Schritt:
Daumen in die Hand legen

Internationales Handzeichen

3. Schritt:
Hand zur Faust schließen

Formen der Gewalt

Im Folgenden finden Sie die häufigsten Erscheinungsformen, die oft gemeinsam auftreten können. Diese Liste bietet einen Überblick, da es noch zahlreiche weitere Formen gibt.

Physische Gewalt

Ihnen werden bewusst und wiederholt Schmerzen oder Verletzungen zugefügt. Schlagen, Stoßen, Würgen oder Festhalten sind klare Anzeichen. Auch Drohungen mit physischer Gewalt gehören dazu. Oft beginnt es mit einem ersten Stoß, Tritt oder Griff – und wird mit der Zeit schlimmer.


Sexualisierte Gewalt
Ihnen werden gegen Ihren Willen intime Berührungen aufgezwungen, oder Sie werden zu sexuellen Handlungen gedrängt. Auch Drohungen, Nötigung oder das Ignorieren eines ‚Nein‘ sind Gewalt. Niemand hat das Recht, Ihre Grenzen zu überschreiten – egal, in welcher Beziehung Sie stehen.

Psychische Gewalt
Ihnen wird ständig das Gefühl gegeben, nicht genug zu sein. Sie werden herabgesetzt, belächelt oder mit Beleidigungen konfrontiert. Ihr Selbstwert wird gezielt zerstört, und Sie fühlen sich ständig verängstigt oder unsicher. Psychische Gewalt kann genauso schmerzhaft sein wie körperliche.

Soziale Gewalt
Ihnen wird der Kontakt zu Familie, Freundeskreis oder anderen wichtigen Personen verweigert oder erschwert. Sie werden von sozialen Aktivitäten abgehalten, oder es wird Ihnen eingeredet, dass niemand Ihnen helfen kann. Diese Gewalt isoliert Sie von Ihrem Unterstützungssystem.

Digitale Gewalt
Ihnen wird durch Belästigung oder Bedrohung über soziale Medien, das unerlaubte Veröffentlichen privater Fotos oder das ständige Überwachen Ihrer Nachrichten und Online-Aktivitäten Schaden zugefügt. Diese Gewalt greift Ihre Privatsphäre an und kontrolliert Ihr digitales Leben.

Ökonomische Gewalt
Ihnen wird der Zugang zu Geld oder Ressourcen verweigert, um Ihre Unabhängigkeit einzuschränken. Sie dürfen nicht selbst über Ihr Geld verfügen oder eigenes verdienen. Diese Gewalt nimmt Ihnen finanzielle Freiheit, macht Sie abhängig und hindert Sie daran z.B. Ihre Wohnsituation zu verändern.



Ansprechstellen

☎ NÖ Frauentelefon 0800 800 810

☎ Frauenhelpline gegen Gewalt 0800 222 555

☎ Polizei 133

☎ Rettung 144

☎ Internationaler Notruf 112

☎ Gehörlose/Hörbehinderte 0800 133 133 per SMS

☎ ORF-Kinderservice (Rat auf Draht) 147

☎ NÖ Gewaltschutzzentrum  02742 31966

 

Karte Gewalt erkennen und reagieren (1,92 MB) - .PDF

29.10.2025